Gravierende Honorarkürzungen drohen

Liebe BVPRM-Mitglieder, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

durch das geplante GKV-Finanzierungsgesetz streicht der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die kostendeckende Vergütung für zeitintensive Neupatienten (und unsere Fachgruppe nicht betreffend für die offenen Sprechstunden) in den Praxen. Auch für die niedergelassenen PRM wird das eine gravierende Honorarkürzung. In unseren letzten Newslettern, auf unserer Homepage und zum Online-Treffen PRM am 31.08.22 haben wir dazu informiert und zur Beteiligung an den Aktionen der LandesKVen und an der Unterschriftenaktion der KBV aufgerufen. Diese bitten wir auch weiter zu unterstützen. Es werden neue Protestaktionen folgen.

Diese Entwicklungen sind nur der Auftakt zu weiteren einschneidenden Veränderungen für uns niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Die Entwicklungen zeigen eine geringe Wertschätzung unserer täglichen Arbeit. Es darf nicht sein, dass das enorme Engagement der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bestraft wird, die sich mehr als bemüht haben, neuen Patienten zusätzliche Termine anzubieten. Das TSVG ist ein Gesamtpaket, aus dem nicht einzelne Punkte einfach herausgelöst werden können.

Die Umsetzung der Pläne des Bundesgesundheitsministeriums werden zu Leistungskürzungen, längeren Wartezeiten und zu einer hohen Unzufriedenheit unter den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen führen. Auch für die Versicherten, die zukünftig einen Termin erhalten wollen, stellen sich die neuen Entwicklungen als echte Leistungskürzung dar.

Wir sind als PRM im Bereich der niedergelassenen Fachärzte schon immer schlechter gestellt als die meisten anderen Facharztgruppen, haben keine auskömmliche Finanzierung. Umso mehr werden wir von der Streichung dieser außerbudgetären Regelungen betroffen sein.

Auch als PRM-Fachgruppe müssen wir mit auf diesen Missstand aufmerksam machen. Daher haben wir uns als BVPRM der Kampagne des SpiFa angeschlossen. Informationen dazu unter: https://wartenbisderarztkommt.de

Sie haben die Möglichkeit, über unsere Geschäftsstelle bzw. im direkten Download Poster- und Postkartenmotive mit BVPRM-Logo herunterzuladen. Wir möchten Sie bitten, diese als Zeichen des Protests in Ihren Wartezimmern aufzuhängen.

Bitte wenden Sie sich nach Möglichkeit auch an Bundestagsabgeordnete. Das Finanzstabilisierungsgesetz wird im Bundestag entschieden.

Weitere Informationen unter folgenden Links:

https://wartenbisderarztkommt.de

https://www.kbv.de/html/sondersitzung-abschaffung-neupatientenregelung.php

https://www.zi.de/fileadmin/images/content/PMs/MI_Neupatientenregelung_2022-07-27_Praesentation.pdf

Eine unterstützenswerte Petition eines Duisburger Kollegen möchten wir ihnen noch nahelegen. Die Petition wurde unter dem Titel „Vergütung für medizinische Leistungen - Fortführung des bestehenden TSVG sowie der Neupatientenregelung“ mit der ID 137007 veröffentlicht.

Die Petition können Sie unter folgender URL aufrufen:

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2022/_08/_01/Petition_137007.html

Presseartikel: https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Duisburger-Arzt-kaempft-mit-Petition-um-Neupatientenregelung-432193.html

Die Petition läuft noch 2 Wochen und ist sicher flankierend zu bewerten. Dennoch denken wir, dass hohe Beteiligung auch an dieser Stelle noch einmal ein wichtiges Signal in Richtung Politik setzt.

Im tagesaktuellen KBV-Newsletter erfahren wir nun, dass die Honorarverhandlungen aus Sicht der niedergelassenen Ärzte gescheitert sind. Die Praxen erhalten vorerst keinen Ausgleich für die aktuell steigenden Kosten aufgrund der hohen Inflationsrate nach Beschluss zum Orientierungswert 2023 durch den Erweiterten Bewertungsausschuss. Das wird auch die niedergelassenen PRM vor neue Herausforderungen stellen. Der Orientierungswert (OW) und damit die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen steigen danach ab 1. Januar 2023 um zwei Prozent. Damit werden lediglich Kostensteigerungen in 2021 gegenüber 2020 berücksichtigt. Weitere Informationen dazu: https://www.kbv.de/html/1150_59914.php

Cornelia Wilke für den BVPRM